marcushasartblog.de

Die meisten deutschen Fotoblogs langweilen mich.
Man könnte den Artikel mit verschiedensten schönen Headlines betiteln. Das beste, das schönste, das tollste Foto 2010. Man könnte auch einfach alles zusammenfassen und schreiben Best of 2010. Klingt durchaus auch brauchbar und gibt Spielraum einen umfangreicheren Text zu schreiben, da Best of eine Vielzahl von Bildern, pardon Fotos, umschreibt. Aufgrund meiner ständigen Unzufriedenheit mit dem was ich so produziere und dem Hang zum Perfektionismus, dessen Ursprung ich bis heute nicht ergründet habe, gab es letztes Jahr nicht wirklich viele Fotos zu sehen. Dachte ich zumindest. Als ich dann aber durch den Blog, Flickr und alle möglichen anderen Seiten blätterte musste ich feststellen, dass ich doch mehr als eine Hand voll Fotos gemacht habe (auch wenn sie zum Teil nur mit dem iPhone entstanden sind). Es gibt auch einen Ordner auf meinem Schreibtisch in dem  Fotos aus 2010 sind und die darauf warten bearbeitet zu werden. Womit wir aber wieder bei dem Punkt sind das ich unzufrieden bin mit dem was ich tue. Ich habe keine Lust halbherzig drei Regler in Lightroom, Photoshop oder Paint zu schieben, eine Vignette über das Bild und noch einen Verlauf durch das Ganze laufen zu lassen. Dem Großteil wird es wahrscheinlich genügen und sie werden damit vermutlich erfolgreicher sein als ich, der sich selber im Weg steht und nichts wenig produziert. 2010 hat mir aber gezeigt, dass sich gerade dieser Mehraufwand, dieses Intensive auseinandersetzen mit den Gegebenheiten, lohnt. Die Serie “Zukunftsvisionen – 2050″ ist dafür ein gutes Beispiel. Das Aufnehmen der Bilder war in 10 Minuten erledigt. Entstanden in Köln, während der Photokina, einfach so nebenbei, ohne großen Hintergrund. Das war wahrscheinlich eine genau solche beispielhafte Situation, warum man immer eine Kamera bei sich haben sollte. Ich habe zuerst das einsam an der Säule lehnende Fahrrad wahrgenommen und fotografiert. Mich danach ein wenig im Umfeld umgeschaut, Eindrücke festgehalten und dass war es. Wie gesagt 10 Minuten, einfach nebenbei, ohne die Absicht überhaupt Fotos zu machen. Die Bearbeitung der Bilder hat dann die meiste Zeit verschlungen. Probieren, Unzufriedenheit, Zwiespalt und am Ende den Schlussstrich ziehen. Die Geschichte zu der Serie war schnell erzählt und ohne diese hätte sie wahrscheinlich auch nicht solch großen Erfolg.

Highway

Ich habe letztes Jahr mit der Serie etwas großartiges gemacht, ich habe eine Story erzählt. Genau das war immer mein Ziel in der Fotografie und ist es auch immer noch. Ich will eigentlich nicht wortlos Bilder zeigen, sondern mit ihnen eine Geschichte erzählen. Ich hoffe, dass es mir 2011 auch gelingt, so etwas fantastisches zu schaffen. Die Serie ist seit langem etwas, was ich mir immer wieder gerne Anschaue und mich jedes mal auf’s Neue begeistert. Wenn ich mir doch, aus welchen Gründen auch immer, ein Foto der Serie aussuchen müsste, dann wäre es das oben zu sehende. Eigentlich finde ich aber die gesamte Serie gut und würde mir vermutlich jedes der Bilder an die Wand hängen. Vielleicht würde ich die Serie auch gern irgendwo hängen sehen, wo mehr Menschen die Möglichkeit haben die Fotos zu betrachten.

© 2010 Marcus Hasart

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4 Kommentare zu “Warum ich kein Foto des Jahres habe”

  1. Steven sagt:

    Hi Marcus. Ich bin von deinem Beitrag sehr begeistert. Mir gefällt was du schreibst und vor allem die Serie!

    Gruß Steven

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  2. Felix sagt:

    Jupp! Schöner Text.
    Du hast wirklich nicht besonders viele Fotos gezeigt im Jahr 2010. Aber die, die du uns vorgestellt hast, haben mir fast alle extrem gut gefallen. Und dass mir deine 2050 Serie total gefällt weißt du ja eh schon.
    Ich glaube, dass die schönsten Fotos oft entstehen, wenn man am wenigsten dran denkt. Dann ist man vielleicht auch etwas kreativer und unvoreingenommener.
    Hoffentlich gibt es dieses Jahr viele solche tollen Fotos.

    Mach weiter so…

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  3. Danke für Deinen Einblick, Marcus. Ich kann das gut nachvollziehen, was Du schreibst. Interessant finde ich, dass Du nebenher die Fotos gemacht hast von Deinem Projekt 2050 – bemerkenswert, wie wir oft gute Fotos machen, wenn wir gar nicht die Absicht dazu haben, oder? Jedenfalls finde ich es gut, dass Du hier so offen und ehrlich schreibst. Ich lese hier gerne mit, immer wieder inspirierend für mich.

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  4. Roland sagt:

    Sehr schöner Beitrag.
    Trifft auch mich auch zum großen Teil zu.

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