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Die meisten deutschen Fotoblogs langweilen mich.

Zeugnisse Berufsbildung

Heute keine Fotos. Warum? Weil ich heute Post erhielt. Fangen wir mal ganz am Anfang an. Ich habe 2005 Abitur gemacht. Kein besonders gutes Abitur, aber dass war und ist mir heute noch egal. Die Note, die dort stand ist ein Zeugnis darüber wie gut man im Auswendiglernen ist. Das konnte ich eine Zeit lang ziemlich gut. Später dann nicht mehr und zugegebenermaßen Auswendiglernen ist bis heute nicht meine Stärke. Vermutlich habe ich sogar eine Abneigung gegen dieses stupide Bildungssystem. Ich finde es nicht gut, wenn mir jemand Sachen vorträgt und ich das dann lernen soll. Nachdem oder besser gesagt noch kurz vor dem Abitur musste ich dann relativ kurzfristig eine Entscheidung treffen. Ich “bekam” die Möglichkeit sofort nach dem Abitur ins Studium zu stürzen. Eigentlich super, war aber so in meiner Planung nicht vorgesehen. Da gab es noch 1 Jahr Zeit sich Gedanken zu machen und vielleicht die ein oder andere Uni zu besuchen. Ende vom Lied war, dass ich mich total überstürzt und vermutlich auch noch viel zu unreif, für den Studiengang Design an der HS-Anhalt bewarb. Mit 15 Punkten in Kunst während des Abiturs stellt man sich das durchaus machbar vor. Klappte aber nicht. Irgendwas mit Medien war damals wie heute immer gut und so landete ich dann an der HS-Anhalt und begann Medientechnik zu studieren. Interessanterweise erinnere ich mich heute noch an die erste Veranstaltung in der uns klar gemacht wurde das wir weder Radio- noch Fernsehmoderator werden, weil es sich um ein technisches Studium handelt. Die Technik und die Gründe für dessen funktionieren interessieren mich bis heute. Also durchaus das richtige Studium für mich. Wenn man frisch von der Schule kommt stellt man sich so ein Studium äußerst toll vor. Meine Zeit als Student war in den seltensten Fällen so wie man sich das vorstellt. Gut war, dass man Dinge verstehen und erklären musste. Definitiv besser als in der Schule. Trotzdem kam nie dieses Studentenleben auf. Also zog ich nach Leipzig pendelte jeden Tag und das Studium lief dann auch wieder besser. Schaffte es sogar eine Klausur mit 1,0 zu bestehen. Zwischendrin folgten Praktika bei Fotografen und ein Jahr in einer Werbeagentur. Ich habe in der Zeit unglaublich viel gelernt und irgendwie war es auch immer besser als das Studium. Nebenbei habe ich mich immer mehr mit Dingen beschäftigt, die mir das Studium nicht vermitteln konnte.
Schlussendlich habe ich mein Studium nicht abgeschlossen. Ich habe trotzdem überaus viel gelernt, was man auch annimmt bei einem Studium. Habe aber keinen Schein der das belegen kann in der Hand. Wissen und eventuelles können zählt in Deutschland nichts, wenn man Berufseinsteiger ist, wenn man keinen Schein in der Hand hat erst recht nicht. Brauchte also nach meinem Abiturzeugnis noch ein anderes Zeugnis welches Aussagt, dass ich einen Berufsabschluss habe. Das was jetzt passierte ist relativ unglaublich, zumindest wenn ich so auf die letzten vier Monate zurück blicke. Was muss man machen, um ein Zeugnis zur Berufsausbildung zu erhalten? Genau, man muss 3 Jahre Zeit investieren. War mir zu lang und um sich irgendwo zu bewerben war es auch schon zu spät. alternativ 2 Jahre Umschulung. Klang gut, ein Jahr gespart, 6 Monate Praktikum und als Studienabbrecher, der ich nun war, möglich. Während verschiedener Gespräche ergab es sich dann, dass es noch eine weitere dritte Möglichkeit gibt. Diese Möglichkeit habe ich genutzt. Ich habe mich extern bei der IHK zur Prüfung zum Mediengestalter Digital und Print angemeldet. Aufgrund von Studium und meinen Praktika wurde ich auch für die Prüfung zugelassen. Prüfung war im Dezember. Theoretisch und praktisch. Bestanden habe ich beides. Heute bekam ich das Abschlusszeugnis per Post. Durschnittsnote 1,6. Bin ich damit zufrieden? Vermutlich nicht, weil 1,6 kein “sehr gut”, sondern nur ein “gut” ist und ich extrem knapp am “sehr gut” vorbei geschrammt bin. Ändern kann ich jetzt aber auch nichts mehr und ein Punkt an der 2 vorbei wäre jetzt schlechter. 1,6 ist als externer Prüfling vermutlich äußerst gut. Ich selber hatte mir aber das “sehr gut” als Ziel gesetzt. Um mir selber zu beweisen, dass ich etwas kann.

So sieht das dann aus:

Pruefungszeugnis

Jetzt habe ich zwar ein Zeugnis in der Hand, aber keinen Job. Ohne Berufsabschluss arbeitslos zu sein erscheint durchaus logisch. Mit einem solchen ist das allerdings ehr unbefriedigend. Ich brauche also Arbeit. Neben dem was auf dem Prüfungszeugnis der IHK steht wurde mir während meines Studiums unter anderen folgendes vermittelt. Dinge wie Elektrotechnik, Mess- & Regelungstechnik, Hochfrequenztechnik oder Kommunikationstechnik lasse ich einfach mal weg.

  • Audiotechnik
  • Videotechnik
  • Programmierung
  • Präsentationstechnik
  • Digitale Signalverarbeitung
  • Grundlagen der Medientechnik
  • Medienproduktionstechnik
  • Digitale Bildverarbeitung
  • Webfähiges Publizieren
  • Computernetze
  • Medienarchive
  • Medienrecht

Gute Vorraussetzungen also. Wie geht’s jetzt weiter? Während meine studierten Freunde sich in den großen und namhaften Firmen der Welt mit dem doppelten meines Einstiegsgehaltes rumtummeln. Werde ich 2011 weiter lernen. Medienfachwirt, neben dem Arbeiten, weil mir das vermutlich einige Fragen erklärt, die ich während der letzten Praktika so hatte. Studieren könnte man auch noch einmal, erscheint mir aber im Moment als die schlechtere Alternative. Ehrlich gesagt habe ich auch keine Lust mehr darauf.

Um den Medienfachwirt zu machen brauche ich einen Arbeitgeber. Entweder einen der mich gut bezahlt und ich die anfallenden Kosten für den Fachwirt selber bezahlen kann und trotzdem nicht von Brot und Wasser unter einer Brücke leben muss. Oder einen Arbeitgeber der mir den Medienfachwirt bezahlt und zusätzlich noch genug Geld für Brot, Butter und Wasser. Ich denke ihr versteht mein Anliegen. Wo ich am Ende unterkomme ist mir relativ egal, Hauptsache es ist eine Agentur in Hamburg, Köln, Leipzig, Dresden oder Berlin und das Umfeld stimmt. Freelancen? Zumindest nicht solange ich den Medienfachwirt mache, und in einem Arbeitsumfeld bin ich zudem deutlich produktiver, als Zuhause an meinem Schreibtisch. Ich arbeite einfach lieber vernetzt und an tausend Dingen gleichzeitig. Wahrscheinlich weil ich digital native bin und mein Leben ohne dieses Multitasking überhaupt nicht funktioniert. Mein Ziel ist es nicht als Einzelkämpfer irgendwo stehen zu bleiben, sondern mich weiter zu entwickeln. Auch wenn ich nicht den geradlinigen Weg gegangen bin und weiter gehe. Man wächst mit seinen Aufgaben. Hoffe ich.

SPREAD THE WORD

© 2011 Marcus Hasart

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5 Kommentare zu “Eins komma sechs ist nicht “sehr gut””

  1. Marcus sagt:

    Unter Umständen kennt ja jemand jemanden, der jemanden kennt. Ihr wisst schon.

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  2. Felix sagt:

    Ja ich kenn’ das. Hab ja auch mehr oder weniger überstürzt mit Medieninformatik begonnen. Jetzt werd ich Wirtschaftsingenieur.
    Aber außer meinem Abitur hab ich noch nichts in der Hand. Aber das wird schon noch. Da hast du mir was voraus.
    Und ich finde auch, dass du bewiesen hast, was du kannst. Denn das ist sicherlich mehr als die meisten anderen Mediengestalter. Zudem hast du ein gutes Wissen über das, was hinter den Kulissen dieser tollen Medien passiert.
    Also: Glückwunsch!

    P.S. Einige Textpassagen kommen mir sehr bekannt vor. Aus meinem Skype-Fenster. :D

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  3. BGR sagt:

    Nachdem ich ja nun seit einigen Tagen die Ergebnisse Ihrer Mitstreiter kenne, kam ich soeben auf die glorreiche Idee “der Herr Hasart hat doch eine HP inclusive Blog” :-) und siehe da, ich hab gefunden, was meine Neugierde befriedigt.
    Das Sie mit diesem Ergenis nicht zufrieden sind, konnte ich mir denken, bevor ich komplett gelesen hatte. Aber…ja jetzt kommt das Wörtchen aber, schauen Sie sich mal die Einzelnoten an, wo stehen denn die “sehr gut”…. genau, nämlich dort, wo es wichtig ist. Und genau deswegen können Sie unglaublich stolz sein auf diesen Abschluß.
    Ich jedenfalls gratuliere Ihnen ganz herzlich zu diesem Abschluß

    BGR

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  4. Steffen sagt:

    Na dann viel Glück und Erfolg im neuen Job.

    Grüße an die alte Heimat, bin aus Aken, von der anderen Elbseite sozusagen ;-)

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  5. Pablo sagt:

    Von mir auch erstmal ein Glückwunsch. :) Auch wenn ich verstehen kann, dass du damit nicht ganz zufrieden bist, schaute ich auch auf die Ergebnisse und fand die “sehr Gut” an genau der richtigen Stelle platziert. Deshalb Glückwunsch und viel Erfolg weiterhin. :)

    (Anfangs war ich von dem “Bildschrimschoner in dem Blog stark begeistert. Nachdem er in diesem Beitrag aber 3 Mal angesprungen ist! Finde ich ihn ziemlich nervig, wenn auch technisch eine schöne Spielerei. Aber funktionell ist es doch schon ziemlich nervig.^^)

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